Didaktisch bietet das Medium vielfältige Anknüpfungspunkte für einen lebensweltorientierten Religionsunterricht in der Sekundarstufe I und II. Die Lernenden begegnen einem hochaktuellen Thema, das ihre digitale Lebenswelt unmittelbar berührt. Der Unterricht kann mit einer Reflexion eigener Erfahrungen mit Chatbots, Sprachassistenten oder KI Anwendungen beginnen. Anschließend ermöglicht die Dokumentation eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, was echte zwischenmenschliche Beziehungen auszeichnet und ob Maschinen Verständnis, Mitgefühl oder Trost tatsächlich ersetzen können. Besonders gewinnbringend sind Diskussionen über Menschenbilder, Würde, Freiheit, Verantwortung und die Bedeutung von Beziehungen aus theologischer Perspektive. Die Lernenden können unterschiedliche Rollen einnehmen und etwa aus Sicht einer KI, eines Seelsorgers oder eines betroffenen Menschen argumentieren. Ebenso bietet sich die Analyse des sogenannten ELIZA Effekts an, bei dem Menschen technischen Systemen menschliche Eigenschaften zuschreiben. Vertiefend können biblische Vorstellungen von Gemeinschaft, Seelsorge, Nächstenliebe und Menschenwürde mit den Möglichkeiten digitaler Kommunikation verglichen werden. Das Medium fördert Medienkompetenz, ethische Urteilsfähigkeit, digitale Bildung und die Reflexion über die Frage, was den Menschen im Zeitalter intelligenter Maschinen ausmacht.
Der Einstieg gelingt über ein Video, dessem Link auf der Webseite verfügbar ist.
Schritt 1: Erfahrungen und Vorwissen zu KI
Tauscht euch in der Lerngruppe über euer Vorwissen und eure eigenen Erfahrungen mit KI aus. Haltet die wesentlichen Gedanken in einem gemeinsamen Dokument oder einer Mindmap fest. Konzentriert euch im nächsten Schritt auf euer Vorwissen und eure Erfahrungen mit ChatGPT von OpenAI. Ergänzt das kollaborative Tool entsprechend.
Schritt 2: Das Setting des Tests
Mithilfe der Dokumentation erschließt ihr die Idee für den Test und die Strukturen (00:00 — 10:28min). Formuliert eure Vermutungen über den Ausgang des Tests. Was könnte passieren, wenn Menschen ihre Sorgen mit einer KI teilen und Hilfe erwarten? Diskutiert in der Lerngruppe, ob Künstliche Intelligenz eine ernstzunehmende Gesprächsalternative für Menschen sein kann.
Schritt 3: Über Verstehen
Recherchiert zum Begriff „Verstehen“. Ein erster Einstiegspunkt findet sich hier. Klärt, was menschlich und was maschinell unter „verstehen“ verstanden wird. Erläutert die Bedeutung des Promptings für die Wirkmächtigkeit der KI.
Schritt 4: Prompting
Die Reportage bietet verschiedene Prompting-Felder wie Persönlichkeit, Sprache, Ziele, Aufgaben, Interessen, Menschenbild, eventuell Gottesbild. Entwickelt Kriterien für gutes Prompting, insbesondere für eine gute Therapeutin. Findet geeignete Prompting-Operatoren und Adjektive, die eine „Beste Freundin“ ausmachen. Erklärt, woran man einen guten Pfarrer erkennen könnte (siehe Prompting-Felder). Reflektiert die Bedeutung des Promptings für die Relevanz der Aussagen oder „Intelligenz“ der Maschine bzw. des virtuellen Charakters (ab 04:12min).
Schritt 5: Transparenz
Diskutiert mithilfe einer Positionslinie die Bedeutung der Frage, wie wichtig es sei, ob eine Text- oder Sprachnachricht von einem Menschen oder einer Maschine stammt (9:34min). Klärt im Vorfeld die folgenden Begriffe, deren Verständnis für ein vertieftes Verständnis notwendig ist: Turing-Test, Spiegelneuronen, Anthropomorphisierung.
Schritt 6: Ethos
Stellt die ethischen Kriterien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz dar (22:29min). Erläutert diese an passenden Beispielen. Gibt es Positionen in der Lerngruppe, die dem Ethikrat widersprechen? Wenn ja, wo sind sie angesiedelt?
Schritt 7: Emotionen triggern
Erklärt, wie eine KI menschliche Gefühle verarbeitet (23:24min). Erläutert, was unter Sentiment Analysis zu verstehen ist. Veranschaulicht mit Szenen aus dem Film, wie die Testpersonen emotional auf die KI reagieren.
Schritt 8: Die Tests
Wählt in Kleingruppen einen der vorgestellten KI-Charaktere (Pfarrer, Beste Freundin, Therapeutin) aus. Stellt den Verlauf des Gesprächs dar. Erläutert die Einschätzungen der Testpersonen und der Expert:innen. Sammelt eigene Positionen aus der Kleingruppe. Bereitet eine Präsentation dazu vor.
Schritt 9: Vertiefung
Nehmt die Überlegungen der Testpersonen nach Abschluss des Experiments zur Kenntnis (40:50min). Vergleicht die Ergebnisse der drei Tests miteinander. Vergleicht die Ergebnisse mit euren Erwartungen und Vermutungen aus Phase 2. Gleicht eure Einschätzungen mit denen der Moderatorin ab (42:56min).